DevOps

Cloud – The Real Case

Wer kann sich noch daran erinnern, wann Cloud “erfunden” wurde? Heute ist mir zufällig der Gartner Hype Cycle von 2010 in die Hände gefallen (Quelle computerwoche.de). Im August 2010 sahen die Analysten “Cloud Computing” gerade nach dem Peek auf dem Weg in das Tal der Tränen. Die Einschätzung war, dass in 2 bis 5 Jahren aus dem Trend eine nutzbare Lösung werden würde.

Was sehen wir heute im Jahr 2016?

Zunächst teile ich die Meinung eines meiner Kollegen: Cloud steht heute dort in seiner Entwicklung wo der PC etwa im Jahre 1993 stand. Für alle, die das nicht mehr erlebt haben oder sich nicht mehr erinnern: Desktop, MS-DOS, MS-Windows 3.1 … Wir hatten eine nutzbare Technik – aus dem Blickwinkel der Use Case heute kaum vorstellbar, dass das genügt hat.

In der Welt der Cloud bedeutet das heute, IaaS als Option ist für den Server-Raum eine Selbstverständlichkeit. Allerdings scheitert die in der Werbung versprochene flexible, automatische Nutzung dieser Ressourcen noch an den Anwendungen. Die Standardprogramme für CMS, Shop oder Collaboration sind noch nicht in der Lage dynamisch CPU, RAM oder Storage anzufordern und freizugeben. Lediglich einige wenige Anwendungen, die direkte Kinder der Cloud sind (Salesforce, servicenow ….), können und nutzen das.

Im Bereich der PaaS- und SaaS-Lösungen gibt es unter unterschiedlichen Aspekten sehr verschiedene “Experimente”. Oracle setzt darauf, dass alle Datenbanknutzer in die hauseigene Cloud kommen. Die neue Version des DBMS wurde in der PaaS-Lösung bereitgestellt; für die on-premise-Lösung wurde noch kein Datum genannt.

In den Verträgen für die Nutzung der Lösungen übertragen die Anbieter vorzugsweise alles Risiko auf die Nutzer. Insbesondere die Handhabung von Patches und Releases im Zusammenspiel mit anderen Teilen einer Lösung liegt beim Nutzer, d. h. er ist fortlaufend damit beschäftigt den Abgleich zwischen den verschiedenen Software-Komponenten zu prüfen und aufeinander abzustimmen.

Datensicherheit und -schutz werden sehr unterschiedlich gehandhabt und bewertet. Microsoft startet in seiner Azure-Lösung ein besonderes Angebot um deutsche und europäische Regelungen einzuhalten. Amazon ignoriert dies und setzt auf weltweit gleich und günstig.

Für die vereinheitlichte Nutzung der Cloud-Eco-Systeme starten vielversprechende Entwicklungen wie OpenStack. Damit wird zumindest eine Form des Vendor-lock-in verhindert. Der breiten Menge der Nutzer ist allerdings noch nicht bewusst, was ein “wir ziehen von einem Anbieter zum anderen um” wirklich bedeutet.

Was bedeutet das für uns als Nutzer?

Cloud als IaaS-Lösungen sowie in den Bereichen, wo wirkliche Cloud-Anwendungen entstanden sind, ist ein Angebot, das bestehende Lösungen ablösen und durch günstigere ersetzen kann. Wie die Software-Verteilung für den PC 1993 ist das Management in den verschiedenen Cloud-Lösungen noch reichlich Handarbeit. Es ist notwendig die einzelnen Schritte gut zu planen. Die Angebote werden in der Zukunft sicher professioneller; es ist sinnvoll sich mit den einzelnen Lösungen zu befassen. Es muss aber auch nicht jede Lösung genutzt werden. Wer erinnert sich heute noch an die Micro-Channel-Architecture (MAC) von IBM? Technologisch eine geniale Idee – durchgesetzt hat sich Jahre später aber Plug-and-Play.

Es ist sinnvoll seine heutige IT-Landschaft strukturiert zu prüfen, wo die neuen Angebote der Cloud eine Option darstellen. Diese Verbesserungen sollten genutzt werden. Allen Marketing-Aussagen zum Trotz bleibt für unseren Server-Raum die gesunde Portion Skepsis eine vernünftige Grundlage.

In der Vorausschau 2010 ist auch “Internet TV” enthalten. Damals war die Einschätzung, dass das in fünf bis zehn Jahren im Mainstream ankommt. Da waren Netflix und Co. schneller.

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