Tools

Netdata – was ist denn JETZT los!?

Netdata ist ein Realtime Monitoring Tool, welches verschiedene Metriken eines Rechners übersichtlich aufbereitet im Browser darstellt. Betrachtet werden standardmäßig immer die letzten 60 Minuten – diese Zeit kann in der Konfiguration angepasst werden. Im Gegensatz zu Cacti werden die Daten innerhalb des aufgezeichneten Zeitraums nicht unscharf.

Dadurch eignet es sich z.B. besonders für einen Liveview während Last- und Performancetests auf den Systemen. Auf diese Weise kann man im Laufe der Tests direkt auf etwaige Engpässe oder drohende Ausfälle reagieren und entsprechende Maßnahmen durchführen. Dies kann ein stoppen der Tests sein, anpassen der Config oder das anpassen von Systemparametern.
Aber auch für Changes die die Performance beeinflussen ist Netdata sehr gut nutzbar, da man hier ebenso direkt sieht was auf dem System geschieht nachdem der Change vorgenommen wurde.

Für uns waren genau diese zwei Punkte wichtig, da Cacti, wie bereits angesprochen, leider unscharf wird und man die Daten einen Tick zu spät sieht.

Verbraucht das ständige Auslesen einer Vielzahl von Parametern denn keine CPU-Leistung oder Speicher? Doch macht es, jedoch ist die erzeugte Last so gering, dass es zu keinen spürbaren Performanceeinbußen für das System kommt.

Wie sieht es mit Speicherplatz aus, Netdata schreibt doch bestimmt Logfiles? Ja, auch das tut es. Da die Vorhaltezeit jedoch auf eine Stunde begrenzt ist, werden die Files sehr schnell wieder abgeräumt. Die Graphen werden nur im RAM gehalten und verbrauchen somit keinen Festplattenspeicher.

Das klingt ja alles super! Wo krieg ich das her? Hier: https://github.com/firehol/netdata/
Netdata wird unter der GPL v3 Entwickelt. Es ist dadurch auch Kommerziell nutzbar.

1. Installation

Die Installation ist sehr gut im Wiki der Github-Seite von Netdata beschrieben, daher reiße ich hier nur kurz an wie es funktioniert.
Unsere Umgebung besteht zumeist aus Rechnern mit Centos, daher wird der Exkurs sich auch darauf beziehen. Es ist jedoch auch möglich Netdata unter Debian, SLES und anderen Distributionen laufen zu lassen.

1.1. Vorbedingungen

Zuerst müssen die für das Kompilieren des Paketes notwendigen Pakete installiert werden
yum install zlib-devel libuuid-devel libmnl-devel gcc make autoconf autogen automake pkgconfig

1.2. Installation einer konkreten Release-Version

Eine Liste verfügbarer Releases gibt es hier:
https://github.com/firehol/netdata/releases

1.3. Installation der neusten verfügbaren Version

Anschließend den Installer ausführen und den Anweisungen am Bildschirm folgen

Danach ist Netdata auf dem System unter dem Port 19999 erreichbar und unter http://<server>:19999/ aufrufbar. Viel Spaß beim Graphen durchwühlen!

2. Und weiter?

2.1. Mehr Graphen

Netdata liefert bereits von Haus aus sehr viele Informationen. Es gibt jedoch noch mehr…
Es existieren bereits einige Plugins um die Anzahl der Graphen noch zu vergrößern. So z.B. für Tomcat, phpfpm, MySQL, nginx, postfix, squid und einige andere Applikationen. Informationen hierzu finden sich im Wiki der Github-Seite: https://github.com/firehol/netdata/wiki

2.2. Customize it

Soll es etwas eigenes sein? Kein Problem, es ist möglich eigene Ansichten zu definieren, da alles über HTML läuft. Unter http://<server>:19999/dashboard.html findet sich ein Template, sowie Erläuterungen zu den nutzbaren Graphen und unter /usr/share/netdata/web/ befinden sich einige HTML-Files, welche zur Inspiration herangezogen werden können. Denkbar wäre zum Beispiel eine Art Management-Dashboard auf dem wichtige Server verlinkt sind oder die relevantesten Graphen wichtiger Server angezeigt werden.

Ich hoffe ich konnte dem ein oder anderen dieses wirklich tolle Realtime Monitoring Tool näherbringen. Im Nächsten Beitrag wird es um die Erstellung eines RPM von Netdata für Centos gehen. Also seid gespannt 🙂

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.