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Microsofts große Vision für die nächsten Jahre – ein Bericht von der Digitalkonferenz

In der vergangenen Woche nahm ich in Berlin an der <Explained> – Konferenz teil, auf der Microsoft seine Ideen und Ansätze für die nächsten Jahre darstellte. Der Software-Konzern befindet sich einer schweren Lage: Mit Windows- und Office-Lizenzen lässt sich immer weniger Geld verdienen, die Smartphone-Ära hat Microsoft erst verschlafen und dann  die Aufholjagd verloren. Microsoft muss umschwenken oder wird zu den Akten gelegt wie so viele andere IT-Firmen der letzten Jahrzehnte.

Spannend zu sehen – Microsoft gibt sich nicht auf, sondern versucht den Umbruch. Im Geschäft von heute sind die Redmonder weniger erfolgreich, hier geben die anderen Größen den Takt vor. Daher versucht man herauszufinden, was das Geschäft von morgen sein wird, um die Weichen dafür jetzt schon richtig zu stellen. Und das Unternehmen legt dafür jetzt bereits die Grundsteine und macht alles anders – investiert in Cloud, in BigData und Data Analytics, bietet seine Services plötzlich auf iOS und Android an, bringt einen digitalen Assistenten namens Cortana heraus und wird im Thema IoT zum Vorreiter. Wie passt das zusammen, wo ist das  große Bild?

Für mich gab Microsoft dafür eine überzeugende und einfache Antwort auf dieser Konferenz: Die nächste große Ära nach dem Siegeszug des Smartphone wird nach deren Ansicht Ambient Computing.

Ambient Computing heißt grob, dass die Software einfach um mich herum funktioniert und ich mich nicht mehr kümmern muss. Ich bekomme eine digitale Assistentin an die Seite gestellt, die mir hilft, den Alltag und meine Aufgaben zu bewältigen. Und sie ist so intelligent dank Cloud-Power, Data Analytics und Maschinellem Lernen, dass sie versteht, was ich tue, mitdenkt und mir viele Dinge einfach abnimmt. Und dank IoT ist sie allgegenwärtig – nicht nur auf Smartphone und PC.

Zwei Beispiele dafür:

  • Ich muss nicht mehr das Smartphone zur Hand nehmen, um auf der Fahrt nach Hause die Heizung schon mal anzuschalten – die Assistentin weiss, dass ich jetzt gerade heim fahre und erledigt das für mich.
  • Wenn ich mit einem Kunden per Mail einen Rückruf vereinbare, muss ich mir das nicht mehr in einer ToDo-App eintragen – die Assistentin liest mit und erinnert mich zu geeigneter Zeit auf einem beliebigen Gerät, dass ich zufällig gerade in der Hand habe, daran.

(Klar gibt es jetzt den Aufschrei wegen der Datensammelwut und dem Datenschutz – aber mal ehrlich: hat es uns davon abgehalten, Facebook, Amazon und Google in den letzten Jahren mit all unseren persönlichen Daten zu füttern?!)

Dazu hat Microsoft auch ein sehenswertes Video erstellt, das diese Ideen in realen Situationen verdeutlicht (Hier geht’s zum Video :-)).

Um diese Idee herum baut Microsoft jetzt bereits die passenden Komponenten, um in 3 oder 5 Jahren bei dieser Phase ganz vorn dabei zu sein. Und ich persönlich finde das eine coole Kombination der Themen BigData, IoT und Cloud, die ja auch unsere Company umtreiben.

Was haltet ihr davon? Realistische Vision oder verrückte Idee?

Zum Autor: Dieser Gastbeitrag ist von meinem Kollegen Raik Dittrich. Er arbeitet seit 16 Jahren in der T-Systems Multimedia Solutions und ist Experte für alle Fragen rund um Cloud. Er hilft Kunden dabei, ihre Webapplikationen in leistungsstarke Cloudlösungen zu verwandeln. Wenn ihr Fragen an Raik habt, erreicht ihr ihn hier.

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