DevOps

Der Serverraum wird umgebaut – DevOps

Soweit wir verschiedenen Einschätzungen zu dem Thema DevOps glauben dürfen, wird der Serverraum heftig umgebaut werden. Einige behaupten sogar er kommt ohne Personal wie Systems Engineers oder Service Manager aus.

Der Begriff DevOps ist relativ neu und wird sehr unterschiedlich bzw. mit unterschiedlichen Vorstellungen seiner Bedeutung gebraucht. Ich für mich verwende den Begriff als Überschrift zu der Vorstellung, der Weg von einer Software-Entwicklung zur Nutzung im täglichen Betrieb muss möglichst einfach sein. Mir ist bewusst, dass ich damit einen sehr weiten Rahmen setzte – das ist so gewollt.

In die Betrachtung des Weges von der ersten Idee einer Anwendung über ihre Planung und Realisation bis zum dauerhaften Einsatz für die Nutzer, fehlt mir zudem in dem Begriff DevOps der Test. Test in allen seinen Facetten – nicht nur den Tunnelblick auf die Funktionen der Anwendung, d. h. es gehören Inhalte dazu wie Performance und Lastverhalten, Sicherheit, Nutzbarkeit, Qualität des Codes im Sinne von Verständlichkeit und Wartbarkeit usw.. Kurz zusammengefasst: Erfüllt die Anwendung in allen Belangen dauerhaft und mit zukünftigen Entwicklungen die Bedürfnisse der Nutzer? Deshalb wäre der Begriff DevTestOps aussagekräftiger.

Was geschieht durch DevOps nun im Serverraum? Hier haben wir verschiedene Aspekte.

Primär ist DevOps eine Automatisierung und Standardisierung von Vorgängen. Nachdem Code erzeugt wurde, werden Aktivitäten wie compile, built und deploy automatisiert. Dies kann individuell oder durch Standardisierung erfolgen. Durch die Nutzung von Docker oder Open Shift werden die Vorgänge vom Code zum Betrieb standardisiert und damit in automatische Prozesse überführt. Wenn der Entwickler seinen Code im Repositoriy frei gibt, kann im Idealfall diese Änderung ohne menschliches Zutun bis in die Produktion überführt werden.

Dadurch fallen im Serverraum Routineaktivitäten weg. Da das 222. Deployment einer Software oder die gefühlt tausendste Diskussion mit dem Entwickler über die – mangelnde – Qualität der Release-Note nicht wirklich unterhaltsam sind, sind das Aufgaben, die gerne wegfallen können. Dem Weniger für solche Aufgaben steht gegenüber, dass diese gesamte Fertigungsstrecke zunächst aufgebaut werden muss. Eine Studie der PAC vom 23.11.2015 mit dem Titel „DevOps – Reality-Check in deutschen Unternehmen“ gibt als größtes Hindernis mit 69 % Knowhow-Mangel an. Vielen ist also noch nicht klar, wie sie das Thema angehen sollen und welche Probleme auf dem Weg liegen.

Technologisch kommen neue Tools zum Einsatz, die Automatisierung einfacher und standardisierter machen. War es in der Vergangenheit so, dass ein automatischer Ablauf erst bei einer relativ hohen Zahl von Wiederholungen effizient war, ändert sich das mit den neuen Tools. Oft ist es schon sinnvoll auch einen einmaligen Durchgang mit den Tools abzubilden.

Trotz der Automatisierung wird eine andere Erkenntnis der IT weiterhin gelten: „Wenn alles so funktionieren würde, wie es im Handbuch steht, wäre eine Mannschaft zum Betrieb nicht notwendig.“ Jemand mit umfassenden Wissen zu komplexen Sachverhalten und Verfahren muss wissen was zu tun ist, wenn die automatisierten Verfahren nicht wie gewünscht greifen. Hier sehe ich zwei entscheidende Faktoren, die dazu führen, dass wir kaum weniger Menschen dort benötigen:

  1. Es kommt immer mehr IT zum Einsatz, d.h. die Einsparungen durch Automatisierung und Standardisierung werden durch den steigenden Bedarf an neuen Anwendungen oder digitalen Prozessen ausgeglichen oder sogar übertroffen.
  2. Wenn Störungen eintreten, müssen diese extrem schnell behoben werden. Die heutigen Anwendungen sind zunehmend komplexer und immer geschäftskritischer – sie stellen mehr und mehr die Kernwertschöpfung von Unternehmen dar oder unterstützen Privatpersonen bei unverzichtbaren Aktivitäten. Nur durch ausreichendes Personal können Störungen schnell und kompetent behoben werden.

Welche Bedeutung Menschen für DevOps haben, stellt Peter Roßbach im Interview unter dem Titel “Der Mensch ist bei DevOps keine austauschbare Ressource mehr” dar. Nach einem Fokus auf Kosteneffizienz sieht er nun, dass DevOps das Wissen der einzelnen Person in die Mitte stellt.

In der Zusammenfassung stellen sich somit die Veränderungen im Serverraum als eher positiv dar:

  • langweilige Routine entfällt
  • Verbesserung der Qualität durch standardisierte und automatische Abläufe
  • Erweiterung der Kompetenzen der Systems Engineers auf neue Tools und Fähigkeiten in den Abläufen
  • Steigerung der Effizienz – woraus auch folgt, dass mehr Abläufe durch IT unterstützt werden können, weil das gleiche Personal mehr leisten kann

In weiteren Artikeln zu DevOps greifen wir das Thema Test auf, beleuchten die Tools und befassen uns auch mit Entwicklung 🙂

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